Was sind Aktivregionen?

AktivRegionen sind Ideenschmieden der ländlichen Räume. 22 AktivRegionen gibt es im Land Schleswig-Holstein. Ziel der 22 sog. Lokalen Aktionsgruppen (LAG), die als Vereine organisiert sind, ist es, die ländlichen Regionen attraktiv und zukunftsfähig zu gestalten.

Organisation und Größe

AktivRegionen haben eine regionale Abgrenzung mit Einwohnerzahlen zwischen 50.000 und 120.000. Sie haben eine rechtsfähige Organisation und bilden eine repräsentative Gruppierung von Partnern aus unterschiedlichen Sektoren (z.B. Kommunen, Wirtschaft, Soziales, Kultur, Umwelt). Der Entscheidungsebene dieser Organisation müssen mindestens 50 Prozent Wirtschafts- und Sozialpartnern sowie weitere Vertreter der Zivilgesellschaft angehören. Grundlage des Handelns ist die zur Anerkennung als AktivRegion erarbeitete Integrierte Entwicklungsstrategie und die geltenden Richtlinien des Landes Schleswig-Holstein zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung.

Das Landesprogramm Ländlicher Raum bildet die Grundlage

Federführend für die Umsetzung des Konzepts in Schleswig Holstein ist das Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration (MILI). Über das Landesprogramm ländlicher Raum in Schleswig-Holstein 2014-2020 mit seinen vier Schwerpunkten

  • Klimawandel und Energie,
  • nachhaltige Daseinsvorsorge,
  • Wachstum und Innovation,
  • Bildung,

wurden die 22 LAG AktivRegionen mit ihren individuellen integrierten Entwicklungsstrategien (IES) anerkannt.

Grundlage für die Anerkennung zur AktivRegion war die Vorlage einer integrierten Entwicklungsstrategie (IES) beim MELUR (zuständig bis 5/2017), welche die Merkmale von Leader in sich aufnimmt und auf die jeweilige AktivRegion überträgt und praktiziert. Die europäische Grundlage für das Landesprogramm ländlicher Raum in Schleswig-Holstein und somit auch für die Arbeit der AktivRegionen in Schleswig-Holstein ist der "Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes", auch kurz ELER genannt. Diese Programme haben meist eine Laufzeit von 7 Jahren, die derzeitige Förderperiode läuft von 2014 bis 2020.

LEADER als methodischer Ansatz

AktivRegionen sind entstanden aus dem LEADER-Konzept, einer Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union. Sie unterstützen die Umsetzung von Maßnahmen, welche dazu beitragen, die Entwicklung des ländlichen Raums zukunftsfähig zu gestalten und damit zu einer Verbesserung von Lebensqualität, Wirtschaftskraft und Gemeinschaft für die hier lebenden Menschen führen.

LEADER richtet sich an alle im ländlichen Raum lebenden Akteure, die daran interessiert sind, lokale Entwicklungsinitiativen einzurichten oder sich daran zu beteiligen. Angesichts der Vielfalt der europäischen ländlichen Gebiete, besteht das Hauptkonzept von LEADER darin, dass Entwicklungsstrategien effektiver und effizienter sind, wenn sie durch lokale Akteure vor Ort beschlossen und realisiert werden (Bottom-up Prinzip).

Der Unterschied zu anderen traditionellen Fördermaßnahmen besteht darin, dass LEADER eher angibt wie man vorgehen sollte, als was getan werden muss.

Für die Umsetzung gibt LEADER sieben wesentliche Merkmale an die Hand:

  1. Territoriale, lokale Entwicklungsstrategien: kleines, homogenes, sozial in sich geschlossenes Gebiet, mit gemeinsamen Traditionen, Erwartungen und Bedürfnissen, sowie lokaler Identität
  2. Bottom-up Ansatz: Einbindung lokaler Akteure
  3. Öffentlich/private Partnerschaften: Lokale Aktionsgruppen (LAG) sollen öffentliche und private Partner zusammenbringen
  4. Erleichterung von Innovationen (Innovationstransfer)
  5. Integrierte und multisektorale Aktionen: Verknüpfung zwischen den einzelnen teilnehmenden wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und umweltrelevanten Akteuren und Sektoren
  6. Netzwerkbildung: Erfahrungsaustausch zwischen LEADER Gruppen, ländlichen Gebieten, Verwaltungen und Organisationen
  7. Kooperation: Über den Erfahrungsaustausch hinausgehende Zusammenarbeit innerhalb von Lokalen Aktionsgruppen, anderen Leadergruppen, Mitgliedstaaten oder Drittländern